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How-To

Salz & Lake richtig einsetzen bei der Milchsäuregärung

4 Min. Lesezeit

Bei der Fermentation von Gemüse in Salzlake arbeiten Milchsäurebakterien unter kontrollierten Bedingungen. Salz und Wasser schaffen dabei ein Umfeld, in dem sich die gewünschten Mikroorganismen durchsetzen können – und unerwünschte gehemmt werden.

Lakto Gemüse Kürbis Pastinaken Gabel im Bügelglas

Warum Salz so wichtig ist

Salz ist einer der zentralen Faktoren in der Milchsäuregärung.

Es erfüllt mehrere Funktionen gleichzeitig:

  • hemmt unerwünschte Mikroorganismen
  • unterstützt die Entwicklung von Milchsäurebakterien
  • stabilisiert die Fermentation
  • sorgt dafür, dass das Gemüse länger knackig bleibt

Milchsäurebakterien sind relativ salztolerant – viele andere Mikroorganismen nicht.
Genau diesen Vorteil nutzt man.

Zusätzlich hemmt Salz Enzyme, die den Abbau der Zellstruktur verursachen – dadurch bleibt das Gemüse länger fest und knackig.

Das richtige Salz

Am besten eignet sich unbehandeltes, nicht jodiertes Salz.

Jodiertes Salz kann ebenfalls verwendet werden, allerdings kann die Fermentation damit etwas langsamer oder weniger stabil verlaufen.
Für konstante Ergebnisse ist unjodiertes Salz daher meist die bessere Wahl.

Das richtige Salzverhältnis

Für die meisten Fermente gilt eine einfache Regel:

2–3 % Salz bezogen auf das Gesamtgewicht von Gemüse und Wasser.

Dieses Verhältnis schafft stabile Bedingungen, ohne die Fermentation zu stark zu bremsen.

Zu wenig Salz → instabil
Zu viel Salz → zu langsam oder blockiert

Salzlake statt Eigensaft

Bei der Fermentation in Salzlake wird das Gemüse mit einer vorbereiteten Salzlösung übergossen.

Das ist besonders sinnvoll bei:

  • festem oder wasserarmem Gemüse
  • gemischten Fermenten
  • wenn eine gleichmäßige Umgebung wichtig ist

Die Lake sorgt dafür, dass alles gleichmäßig bedeckt ist und schützt zuverlässig vor Sauerstoffkontakt.

Sauerstoff vermeiden

Wie schon im vorherigen Artikel:
Sauerstoff ist einer der häufigsten Störfaktoren.

Alles Gemüse sollte vollständig unter der Lake sein.

Gute Gärgefäße wie Bügel-, Rex- oder Weckgläser helfen dabei:
Sie lassen Druck entweichen, ohne Luft hereinzulassen.

Gemüse bewusst wählen und kombinieren

Nicht jedes Gemüse verhält sich gleich.

Für eine stabile Milchsäuregärung sind ausreichend Kohlenhydrate entscheidend – sie dienen den Milchsäurebakterien als Grundlage.

Gemüse mit wenig Zucker kann daher gezielt kombiniert werden, zum Beispiel mit:

  • Karotten
  • Zwiebeln
  • Apfel

Diese wirken wie ein „Jausenpaket“ für die Mikroorganismen und unterstützen einen stabilen Start der Fermentation.

Zeit und Temperatur

Milchsäuregärung braucht Zeit.

Je nach Temperatur und Gemüse kann der Prozess wenige Tage bis mehrere Wochen dauern.

  • wärmer → schneller, intensiver
  • kühler → langsamer, oft feiner im Geschmack

Wichtig:
Nach der aktiven Fermentation lohnt es sich, das Ferment im Kühlschrank weiter reifen zu lassen.

Dabei entwickelt sich der Geschmack oft noch deutlich weiter und wird runder und komplexer.

Einfach und nachhaltig

Fermentation in Salzlake ist auch eine praktische Methode, um Gemüse haltbar zu machen.

Überschüsse oder Reste lassen sich so sinnvoll weiterverarbeiten und in neue Produkte verwandeln.

Mikrobiom und Alltag

Nicht pasteurisierte Fermente enthalten lebende Mikroorganismen, die das Mikrobiom unterstützen können.

Schon kleine Mengen im Alltag – etwa als Beilage – reichen aus, um Gerichte geschmacklich und funktional zu ergänzen.

Fazit

Salz und Lake sind die Grundlage einer stabilen Milchsäuregärung.
Wer das richtige Verhältnis, passende Zutaten und gute Bedingungen kombiniert, schafft eine zuverlässige Basis für gelungene Fermente.


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